Die Midlife Crisis bei Frauen kommt selten laut. Meist schleicht sie sich ein. Ein diffuses Gefühl von Unzufriedenheit, innere Unruhe, das leise Empfinden, dass das eigene Leben nicht mehr richtig passt. Von außen betrachtet scheint oft alles in Ordnung zu sein. Beruf, Familie, Beziehungen, Alltag – vieles funktioniert. Und doch entsteht innerlich eine Leere, ein Ziehen, eine Frage, die sich nicht mehr verdrängen lässt: War das alles? Oder kommt da noch etwas?
Viele Frauen erleben diese Phase zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig besonders intensiv. Nicht, weil sie schwach sind, sondern weil in dieser Lebensphase mehrere Ebenen gleichzeitig in Bewegung geraten. Körperliche Veränderungen, hormonelle Umstellungen, Rollenwandel, das Älterwerden der Eltern, das Erwachsenwerden der Kinder und oft auch berufliche Neuorientierung treffen zusammen. Die Midlife Crisis bei Frauen ist daher kein einzelnes Problem, sondern ein komplexer innerer Prozess.
Was diese Phase so herausfordernd macht, ist weniger das Außen als das Innere. Dinge, die lange funktioniert haben, tragen plötzlich nicht mehr. Kompromisse, die einst selbstverständlich waren, fühlen sich schwer an. Wünsche, die lange zurückgestellt wurden, melden sich wieder. Und gleichzeitig ist da die Angst, etwas zu verlieren, wenn man etwas verändert.